🎤 Sunday Labs #4: Wonach das Pariser Bauherren-Ökosystem wirklich sucht
vom 26. Mai 2026
Die vierte Ausgabe der Sunday Labs, organisiert von Build Society bei Hexa (eFounders) in Paris, fand am 24. Mai statt.
Das Format war einfach: Entwickler, Gründer, Freiberufler, Tech-Profile und Kreative sollten zu offenen Diskussionen, Projektpräsentationen und zum Netzwerken zusammengebracht werden.
Keine Hauptrede. Keine Konferenz von oben nach unten. Das Hauptziel war es, einen sinnvollen Austausch zwischen Menschen zu schaffen, die bereits an der Entwicklung von etwas arbeiten.
Die zentrale Frage: Warum ist Paris noch weniger attraktiv als andere Technologie-Ökosysteme?
Der erste Teil der Veranstaltung drehte sich um eine Frage:
Was braucht Paris, um ein attraktiveres Ökosystem für Investoren und Technologieunternehmer zu werden?
Mehrere Themen tauchten in fast allen Gruppen wieder auf.
1. Der Mangel an Veranstaltungsorten und die fehlende Baukultur
Viele haben den Mangel an speziell für Bauarbeiter konzipierten Flächen bemängelt:
- Hackerhäuser
- Cafés mit Fokus auf Startups
- Orte, die lange geöffnet haben
- Hybridräume zwischen Coworking und Community
Der Gedanke kommt immer wieder auf: In Paris gibt es Tech-Events, aber nur wenige Orte, an denen Begegnungen ganz natürlich im Alltag stattfinden.
Die Parallele zu San Francisco oder New York wurde schon mehrfach gezogen, insbesondere im Hinblick auf die Leichtigkeit, mit anderen Leuten in Kontakt zu treten, die ebenfalls bauen.
2. Die Risikokultur bleibt anders
Ein weiteres wiederkehrendes Thema: die Wahrnehmung des Scheiterns.
Mehrere Teilnehmer erklärten, dass dies in Frankreich der Fall sei:
Unternehmerisches Scheitern ist nach wie vor stigmatisiert. Administrative Prozesse behindern einige Projekte.
- Der rechtliche und steuerliche Rahmen könnte Profile in der Frühphase unattraktiv machen.
Im Gegensatz dazu wird das amerikanische Ökosystem als risikotoleranter und in Finanzierungsfragen aggressiver wahrgenommen.
3. Das Thema des amerikanischen Marktes
Die anwesenden Gründer teilten auch ihre Erfahrungen mit den Vereinigten Staaten:
- Errichtung von Bauwerken in Delaware
- auf der Suche nach US-amerikanischer Finanzierung
- Zugang zu einem breiteren Markt
- höhere Bewertungen
Ein interessanter Punkt: Mehrere Personen betonten, dass es in Frankreich bereits Talente gebe, viele Projekte aber aus wirtschaftlichen und Vertriebsgründen letztendlich in die USA gingen.
4. Sprache und internationale Offenheit
Internationale Teilnehmer wiesen außerdem darauf hin, dass:
- Die Sprachbarriere bleibt ein echtes Problem.
- Viele Veranstaltungen sind nach wie vor sehr französischsprachig.
- Paris könnte für ausländische Bauherren leichter zugänglich sein.
Das Problem wurde nicht als Ablehnung der französischen Sprache dargestellt, sondern vielmehr als eine Frage der Zugänglichkeit in einem globalen Technologieumfeld.
Markenbildung, Inhalte und Vertrieb: allgegenwärtige Themen
Ein weiterer wichtiger Teil der Diskussionen betraf Inhalte und persönliches Branding.
Die gemeinsame Beobachtung:
- Regelmäßiges Veröffentlichen ist nach wie vor eine der besten Möglichkeiten, Kunden, Partner oder Geschäftsmöglichkeiten zu finden. LinkedIn funktioniert nach wie vor sehr gut für B2B-Unternehmen.
- Substack wird für technischere oder spezialisiertere Nischen interessant.
Mehrere Teilnehmer nutzten bereits:
- KI-Workflows zum Verfassen ihrer Beiträge
- Agenten zur Automatisierung der Veröffentlichung
- Überwachungs- und Inhaltsgenerierungssysteme.
Ein interessanter Punkt, der während der Diskussion zur Sprache kam:
Das Problem ist nicht unbedingt die KI auf LinkedIn, sondern der Mangel an Tiefgang in vielen Inhalten.
Substack wurde als qualitativ hochwertigere Alternative für die Entwicklung längerer Reflexionen und die Ansprache gezielterer Zielgruppen genannt.
Im Rahmen der Veranstaltung vorgestellte Projekte
Wie so oft bei Formaten dieser Art blieben die Diskussionen über laufende Projekte der interessanteste Teil.
Einige Beispiele:
Ein Consumer-OS-Agent
Ein Teilnehmer arbeitete an einer vereinfachten Schnittstelle für OpenFlow mit folgender Idee:
- KI-Agenten auch für technisch nicht versierte Nutzer zugänglich machen
- Zentralisierung des "digitalen Lebens" eines Nutzers
- bestimmte Aufgaben mithilfe persönlicher Assistenten automatisieren.
Eine soziale Partnervermittlungsplattform
Ein weiteres Projekt konzentrierte sich auf Beziehungsmanagement im Veranstaltungsbereich.
Die Idee:
- Verwenden Sie Fragebögen zu Werten, Emotionen und Profilen
- während Veranstaltungen relevante Gruppen erstellen
- um Begegnungen zu erleichtern, insbesondere für introvertierte Profile.
Serend
Das Projekt wird als „Anti-Feed-Social-Network“ präsentiert.
Das Prinzip:
- nur eine neue Begegnung alle drei Tage
- kein Scrollen
- keine Sichtbarkeitslogik
- Nur Konversationen zwischen kompatiblen Profilen.
Die Positionierung richtete sich eindeutig gegen die klassischen Mechanismen aktueller sozialer Netzwerke.
Treffen
Netzwerkplattform durch Abendessen in kleinen Gruppen.
Das Ziel:
- Vernetzung von Unternehmern, Freiberuflern und komplementären Profilen
- um einen qualitativeren Austausch zu fördern
- Erstelle Matches basierend auf Fähigkeiten und menschlicher Kompatibilität.
LinkedIn-Scraping und Intent-Signale
Ein Teilnehmer präsentierte außerdem eine groß angelegte LinkedIn-Scraping-Infrastruktur:
- Überwachung der Rekrutierung
- Erkennung von Veränderungen in Unternehmen
- Generierung von Kaufabsichtssignalen.
Das Thema driftete schnell in Richtung technischer Beschränkungen, Web-Scraping, Datensätze und möglicher Geschäftsmodelle ab.
Was diese Art von Veranstaltung zeigt
Der interessanteste Aspekt von Sunday Labs #4 war wahrscheinlich kein bestimmtes Projekt.
Es ging vielmehr um den Grad an Offenheit in den Diskussionen:
- Austausch über reale Probleme
- direkte Rücksendungen
- Debatten über Wirtschaftsmodelle
- Börsen im sehr frühen Stadium.
Wir beobachten auch eine Weiterentwicklung des Formats von Startup-Veranstaltungen in Paris:
- weniger Konferenzen
- weitere Diskussionen
- mehr kleine Gruppen
- Weitere Projekte im Bau.
Das Pariser Ökosystem mag im Vergleich zu den USA noch an Struktur und Kapital mangeln, aber es gibt eindeutig eine Generation von Machern, die ihre eigenen Formate, ihre eigenen Gemeinschaften und ihre eigenen Netzwerke schaffen wollen.